Was ist ein Flachschiebervergaser und welche Vorteile bietet dieser?

Mikuni TM40 Flachschiebervergaser

Der Begriff Flachschiebervergaser wird in der Motorradszene gerne mit einem „Tuning-“ oder „Upgradevergaser“ gleichgesetzt. Viele Motorradfahrer wissen meist gar nicht wodurch sich ein solcher Vergaser auszeichnet und warum der Wechsel auf einen Flachschiebervergaser das Ansprechverhalten und die Leistung eines Motorrades beeinflussen kann. In diesem Beitrag möchte ich die verschiedenen Arten von Vergasern vorstellen, erklären auf welche Weise sich ein Flachschiebervergaser von den anderen Bauformen unterscheidet und aufzeigen warum der Umbau auf einen Flachschieber die Fahrleistungen eines Motorrades verbessern kann.

Welche Arten von Vergasern gibt es?

Für jede Art von Vergaser gilt, dass die Schieberposition darüber bestimmt, wie viel Gemisch der Motor bekommt und somit auch wie viel Leistung dieser liefert. Somit lässt sich zuerst eine Unterteilung anhand der Art der Schieberöffnung vornehmen, hier gibt es Gleichdruck- und Schiebervergaser. Ein Gleichdruckvergaser arbeitet mit einem Schieber und einer Drosselklappe. Der Schieber wird hierbei durch den Unterdruck des Motors betätigt und die Drosselklappe durch den Gaszug bzw den Gasgriff. Bei einem Schiebervergaser wird nur ein Schieber verwendet und dieser Schieber ist direkt mit dem Gaszug verbunden.

Gleichdruckvergaser

Der Gleichdruckvergaser ist bei vielen Motorrädern serienmäßig verbaut. Die Gründe dafür sind vor allem das weiche Ansprechverhalten des Motors, die gleichmäßige Leistungsentwicklung und die allgemeine Gütmütigkeit in der Verwendung. Die Nachteile sind allerdings, dass sich das Motorrad häufig träge anfühlt und nicht die maximal mögliche Leistung erreichen kann. Diese Eigenschaften sind auf die Bauweise zurückzuführen, da der Vergaser mithilfe des Unterdruckes des Motors die Schieberstellung reguliert. So wird sichergestellt, dass immer das perfekte Luft-Benzin Gemisch an den Motor geliefert wird. Dieser Angleich über den Unterdruck sorgt aber zeitglich für ein langsameres Ansprechen auf Befehle des Fahrers. Zudem ist die Drossekklappe auch im komplett offenen Zustand noch im Luftstrom und behindert die Strömung und somit die Leistung des Motors.

Schiebervergaser

Der Schiebervergaser wird auch gelegentlich serienmäßig verbaut, häufig bei dedizierten Rennmaschinen und Zweitakt Motorrädern. Es ist deutlich wahrscheinlicher einen Gleichdruckvergaser im eigenen Motorrad vorzufinden. Durch das Weglassen der Unterdrucksteuerung fehlt beim Schiebervergaser die Drosselklappe. Somit lassen sich die Größten Probleme eines Gleichdruckvergasers eliminieren, das Ansprecheverhalten ist durch die direkte Asteuerung des Schiebers besser und die maximale Leistung liegt höher, da die Luft ungehinderter strömen kann. Der große Nachteil eines Schiebervergasers ist, dass man sämtliche Vorteile eines Gleichsruckvergasers verliert. Zudem ist ein Schiebervergaser meist schwieriger abzustimmen. Wenn man allerdings die Leistung und den Fahrspaß eines Motorrades verbessern möchte, empfiehlt sich der Schiebervergaser.

Runder Schieber oder Flacher Schieber?

Sowohl den Gelichdruckvergaser, als auch den Schiebervergaser gibt es mit runden und flachen (rechteckigen) Schiebern. Der Unterschied zwischen den beiden Bauarten besteht lediglich in der Form des Schiebers. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein unwichtiges Detail. Die Konsequenzen sind aber gravierender als man zuerst vermuten würde. Durch den flachen Schieber muss der Vergaser im Inneren nicht so weit ausgeschnitten werden. Das hat zur Folge, dass der Venturi-Effekt im Vergaser besser erhalten bleibt, die Luft fließt also gleichmäßiger durch den Vergaser. Zusätzlich kann der Vergaser durch den flachen Schieber kürzer sein und erzielt den gleichen oder sogar einen besseren Effekt als ein Rundschiebervergaser.

Mögliche Bauformen

Aus der Kombination dieser vier Unterscheidungsmerkmale ergeben sich vier mögliche Bauformen für einen Vergaser. Ein Gleichdruckvergaser mit rundem oder flachem Schieber und ein Schiebervergaser mit rundem oder flachem Schieber. Beide Arten des Gleichdruckvergasers finden sich häufig serienmäßig in allen Arten von Viertakt Motorrädern. Der runde Schiebervergaser wird meist in Zweitaktern verbaut. Und der flache Schiebervergaser ist eigentlich nur als Tuningteil erhältlich. Dieser wird dann auch Flachschiebervergaser genannt.

Warum ist der Flachschiebervergaser der beste Vergaser?

Der Flachschieber ist so ein guter bzw. der beste Vergaser, da er die Vorteile des Schiebervergasers und des flachen Schiebers vereint. Er bietet ein direktes Ansprechverhalten durch die direkte Verbindung von Gasgriff und Schieber, es befindet sich keine Drosselklappe in der Luftströmung und durch den flachen Schieber kann die Luft besser und einheitlicher durch den Vergaser strömen als bei einem runden Schieber. Vor allem der Wechsel von einem Gleichdruckvergaser auf eine Flachschiebervergaser kann den Fahrspaß eines Motorrades deutlich erhöhen, da dieses dann besserund schneller auf die Befehle des Fahrers reagiert. Zusätzlich kann häufig durch die optimierte Strömung auch eine Leistungssetigerung erzielt werden.

Welche Marken gibt es?

Wenn du einen Flachschiebervergaser in deinem Motorrad verbauen möchtest, hast du eigentlich nur die Wahl zwischen den zwei bekanntesten/größten Herstellern: Mikuni und Keihin. Die Vergaser von Mikuni heißen meist „TM“, die von Keihin „FCR“. Bei beiden Herstellern kann es noch belibeige Additionen zu dieser Bezeichnung geben, diese kennzeichnen Extras in der Ausstattung. Zusätzlich zu der Bezeichnung gibt es noch eine Zahl. Diese Zahl steht für den Durchmesser des Vergasers. Für Einzylinder kannst du häufig zwischen den beiden Marken wählen, bei Mehrzylinder-Motoren hat nur Mikuni ein Angebot.

Ich hoffe, dass ich dir einen guten Überblick über die Arten von Vergasern und deren Stärken und Schwächen geben konnte. Ich persönlich kann den Wechsel auf einen Flachschieber nur empfehlen, meine DR 650 ist nach dem Umbau deutlich angenehmer und spaßiger geworden 🙂

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