Husqvarna Te 610/Tc 610 – Probleme/Schwachstellen

Husqvarna Te 610 Enduro Baujahr 1992 Einzelauspuff
Husqvarna Te 610 Enduro Baujahr 1992 Einzelauspuff
Bekannte Probleme und Schwachstellen einer Husqvarna Te 610 Baujahr 1992-1999.

In diesem Beitrag möchte ich auf die, mir bekannten, Probleme und Schwachstellen einer Husqvarna Te 610 eingehen und meine Meinung dazu teilen. Ich fange mit dem Harmlosesten an und arbeite mich dann zu den größten Problemen vor :

Die Reichweite

Die Reichweite als Schwachstelle anzuführen klingt im ersten Moment vielleicht komisch, diese ist aber für manche Menschen durchaus wichtig. Mit dem originalen Tank hat man eine Reichweite von ungefähr 120 km, bis zur Reserve, im besten Fall also evtl. 150-160 km Gesamtreichweite. Das ist ,objektiv betrachtet, nicht sonderlich viel, besonders im Vergleich mit modernen Maschinen. Wenn man allerdings zu den Glücklichen zählt, die einen großen „Rallye“ Tank besitzen, vergrößert sich die Gesamtreichweite auf knapp über 300 km. Allerdings sind diese sehr selten und dementsprechend teuer.

Angebrannte/geschmolzene Verkleidungsteile

Aufgrund der sehr eigenen Auspuffführung liegt der Krümmer so dicht unter den Nummerntafeln, sodass diese schmelzen oder förmlich verbrennen. Diesem Problem lässt sich mit einer Umwicklung der Krümmer mit Hitzeschutzband Abhilfe schaffen, nur leider ist bei den meisten Maschinen der Schaden schon angerichtet und gute Ersatzteile lassen sich nur sehr schwer beschaffen.

Wartungsaufwand

Der Wartungsaufwand ist durchaus nicht zu vernachlässigen, im täglichen Betrieb. Und bei einer Te 610 ist dieser doch recht hoch, zumindest wenn man sich an das Handbuch hält. Hier steht z.B. , dass das Motoröl nach jedem Rennen zu wechseln ist, auf der Straße, also nach jeder Fahrt. Für den täglichen Gebrauch völlig überzogen, meiner Meinung nach. Ich richte mich da einfach nach der Beanspruchung, wenn ich nur ein bisschen moderat durch die Gegend fahre, mache ich alle 1500-2000 km einen Ölwechsel. Wenn ich allerdings viel mit Vollgas fahre, dann alle 1000 km.

Ersatzteilversorgung

Eine gute Versorgung mit Ersatzteilen ist für den Betrieb eines Motorrades unverzichtbar. Nur leider ist diese für die Te 610 nicht besonders gut. Alle normalen Verschleißteile sind kein Problem, also Bremsbeläge und Co. , auch einen neuen Kolben und Zylinder bekommt man einfach. Anders ist es allerdings schon, wenn man einen Bremshebel für manche Modelle sucht. Hier gibt es förmlich nichts. Genauso schwierig ist es, manche Kleinteile oder Gabelschoner für eine Usd Gabel zu besorgen.

Husqvarna Te 610 – Supermoto, Tc Doppelauspuff

Keine Batterie

Das Fehlen einer Batterie klingt im ersten Moment recht unspektakulär und ist hinsichtlich der Performance durchaus verständlich. Dadurch spart man ja Gewicht, das ist in der Realität allerdings mehr oder weniger nervig. An der Ampel, z.B. geht der Blinker nicht, wenn das Licht an ist. Das liegt daran, dass die Lichtmaschine bei Standgas zu wenig Leistung bereitstellt. Dasselbe Problem hat man mit dem Bremslicht, wenn man bremst, da auch hier die Drehzahl abfällt. Des Weiteren kann man nicht an der Elektrik arbeiten, bzw. nichts testen, ohne dass das Motorrad läuft.

Rutschende Kupplung

Was die rutschende Kupplung betrifft, bin ich mir nicht sicher, ob ich einfach nur Pech hatte oder ob das ein allgemeines Problem ist. Bei keiner meiner Husqvarnas kann ich Vollgas geben, ohne dass die Kupplung rutscht. Bei einer Maschine waren es die Kupplungsbeläge, bei der anderen bin ich mir noch unsicher. Des Weiteren finde ich es sehr schwer, eine zufriedenstellende Kupplungseinstellung zu finden, bei der erstens nichts rutscht, zweitens die Gänge gut reingehen und drittens ich den Gang an der Ampel entspannt eingelegt lassen kann.

Fehlende Ölpumpe

Dies ist nur ein Problem der 610er bis Baujahr 1999/2000, ab da haben sie eine Ölpumpe. Da ich nur Maschinen vor Bj. 1999 habe, finde ich diesen Punkt durchaus erwähnenswert. Die Motoren wurden ohne Ölpumpe gebaut. Geschmiert wird hier nur per Schleuderschmierung und Unterdruck (Mehr dazu findest du hier). Das führt dazu, dass die Motoren recht empfindlich sind, man ließt immer wieder von Pleullagerschäden. Deshalb richte ich meine Ölwechsel, auch wie oben erwähnt, stark nach der Beanspruchung, um zumindest immer gutes Öl im Motor zu haben. Ich halte das Risiko eines solchen Motorschadens für recht gering, wenn man sich über das persönliche Fahrverhalten bewusst ist. Das bedeutet für mich, nicht länger Vollgas geben, als man die Luft anhalten kann, die Autobahn zu meiden, einen ordentlichen Lastwechsel zu fahren und immer ein Auge auf die Temperatur zu haben. Dann fährt man meiner Meinung nach recht sicher mit einer Te 610.

Ich hoffe, dass ich euch einen guten Überblick über die Probleme einer Te 610 geben konnte. Wenn ich etwas Wichtiges vergessen habe, schreibt es gerne in die Kommentare.

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5 Comments

  • Die von dir genannten Problem sind teilweise wirklich hausgemacht. Hier möchte ich kurz darauf eingehen.

    Schmilzende verkleidungsteile gibt’s nur wenn die dahinter normalerweise befindliche Isolierung weg is.

    Rutschende Kupplung gibt’s nur wenn falsches Öl verwendet wird. Motul z. B. Oder Fuchs Öl sind durchaus tauglich, und dann gibt’s da auch noch den Trick mit den kupplungsfedern von der Honda cr500.

    ölwechsel Intervalle solltest du so kurz wie möglich halten dann kannst du den pwleullagertausch hinauszögern.

    Vg
    Philipp

    • Hallo Philipp, vielen Dank für deinen Kommentar 🙂
      Du hast nicht ganz Unrecht, aber auch nicht ganz Recht.
      Ich habe schon an vielen Motorrädern dieser Art (Einzylinder, Baujahr nach 1990) gearbeitet und ich hatte nicht eine Nummerntafel oder anderes Plastikteil in der Hand, welches Serienmäßig mit einem Hitzeschutz oder einer Isolierung versehen war. Auch eine Husqvarna 701 hat soetwas nicht und hier ist das Heck um den Auspuff herumgebaut. Weiterhin sind die 610er mittlerweile deutlich über 20 Jahre Alt, man kann als davon ausgehen, dass sämtlicher Hitzeschutz, der hier einmal gewesen sein könnte, das Zeitliche gesegnet hat. Original werden die Nummerntafeln mit kleinen Gummis auf den richtigen Abstand gebracht und diese Gummis lösen sich im Laufe der Zeit auf. So kann es dazu kommen, dass die Teile schmelzen. Es handelt sich hier also niht direkt um ein konstruktionsbedingtes Problem, trotzdem haben viele der Maschinen mittlerweile damit zu kämpfen.
      Ich persönlich hatte noch nie großartige Probleme mit den TE Kupplungen bis auf einen verschlissenen Satz Reibscheiben. Es gibt allerdings genug Fahrer, die mit der Kupplung extreme Probleme haben. Hier ist die Einstellung des Spiels der Ausrückstange wichtig und das Öl kann natürlich auch eine Rolle spielen. Vielen Dank übrigens für den Tipp mit den CR Federn, das kannte ich noch nicht 🙂
      Was die Pleullager angeht, schreibst du selbst „hinauszögern“ und nicht „vermeiden“ und das hat einen Grund. Die Maschinen haben hier einfach eine Schwachstelle. Aber auch hier kann ich sagen, dass ich persönlich noch keinen Pleullagerschaden hatte.
      Mit freundlichen Grüßen
      Tobias

    • Hallo Heiko,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Das ist natürlich auch eine Art die Sache zu betrachten 🙂

      Mit freundlichen Grüßen
      Tobias

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