Die Verwendung von Carbon am Motorrad

Husqvarna Te 610 Carbon Nummerntafel
Husqvarna Te 610 Carbon Nummerntafel
Welche Möglichkeiten du hast, um Carbon an deinem Motorrad zu verwenden. Es gibt Carbonfolie, Carbon laminieren und Teile komplett aus Carbon fertigen, du entscheidest.

In diesem Beitrag möchte ich dir erst einmal einen Überblick darüber geben, wie du Carbon am deinem Motorrad verwenden kannst. In den weiteren Artikeln werde ich dann auch genau darauf eingehen, was du im einzelnen tun musst, um selbst Carbon zu verarbeiten und an dein Motorrad zu montieren. Ich kam mit Carbon so richtig in Kontakt, als ich an meinem Supermoto Projekt arbeitete und feststellen musste, dass alle verfügbaren Nummerntafeln geschmolzen oder zerbrochen waren. Dadurch kam mir dann recht schnell die Idee, dass ich diese aus Carbon fertigen könnte. Im Folgenden werde ich dir vorstellen welche Möglichkeiten es gibt.

1. Carbonfolie

Hierbei verwendet man natürlich kein echtes Carbon, sondern eine Folie, die aussieht wie Carbon. Das ist eine kostengünstige Möglichkeit, um die Carbon-Optik zu bekommen. Vor allem wenn man keine Lust oder Zeit hat, um sich mit echtem Carbon zu beschäftigen.Außerdem kann man eine Folie sehr schnell auf- und wieder abziehen, man nimmt also keine dauerhaften Veränderungen vor. Die Vorteile sind hier die geringen Kosten, der recht überschaubare Aufand und die einfache Umkehrbarkeit. Dem entgegen steht, dass man auch für die Montage, einer Folie, einiges an Übung braucht und dass man dann nur eine Folie und kein echtes Carbon hat.

2. Carbon auflaminieren

Beim Auflaminieren verwendet man echtes Carbon, dieses wird auf ein schon bestehendes Teil laminiert. Das heißt, dass man z.B. ein Verkleidungsteil nimmt, dieses entsprechend vorbereitet und dann eine einzelne Lage Carbon darüber legt. Das Teil hat dann hinterher das Aussehen von echtem Carbon, da man ja echtes Carbon verwendet hat, ist aber darunter noch das originale Verkleidungsteil. Nachteilig ist hier, dass man eines der Verkleidungsteile bezieht, daraus folgt, dass dieses danach für immer mit Carbon überzogen ist. Außerdem kann es passieren, dass die Teile hinterher nicht mehr perfekt zusammen passen, da das Carbon ein wenig Material aufträgt. Allerdings hat das Laminieren auch Vorteile, unter anderem, dass das bearbeitete Teil hinterher ganz normal an die originalen Befestigungen montiert werden kann. Man muss sich also keine Gedanken über die Befestigung machen. Zudem hat man dann die richtige Carbon-Optik, diese sieht erfahrungsgemäß deutlich besser aus, als eine Folie.

3. Teile aus Carbon fertigen

Diese Variante ist mit einem erheblichen Mehraufwand, im Gegensatz zu den anderen Beiden, verbunden. Hierbei nimmt man einen Abdruck des zu fertigenden Teiles und legt in diesen dann 3-5 Schichten Carbonfaser, je nach Dichte der Fasern und Anforderungen an das Teil. So erhält man eine perfekte Kopie des Teiles aus Carbon. Bei sehr komplexen Teilen könnte man hier, als Hobbybastler, an seine Grenzen stoßen. Zudem kann man meistens die originalen Befestigungspunkte nicht eins zu eins übertragen, man muss hier also entweder hinterher Löcher scheiden oder sich andere Möglichkeiten zur Befestigung überlegen. Die Vorteile sind hier auf jeden Fall der Gewichtsverlust, ein solches Teil aus Carbon wiegt schon gut halb so viel wie das Originalteil. Und wie oben schon erwähnt die echte Carbon-Optik und die gestalterische Freiheit, bezüglich der Oberflächenveredelung.

Ich persönlich habe schon mit allen drei der beschriebenen Varianten gearbeitet und bin der Meinung, dass jede so ihren eigenen Anwendungszweck hat. Die Carbonfolie kommt bei mir immer dann zum Einsatz, wenn das Teil einfach zu komplex ist, um es aus echtem Carbon zu fertigen. Und wenn das Laminieren nur zweidimensional möglich ist, also nur auf der größten Fläche dieses Teiles, aber nicht an den Anschließenden Wänden, somit würde beim Laminieren eine Kante am Ende der Fläche entstehen und diese trägt natürlich extrem auf, im Gegensatz zu der Folie. Das Auflaminieren von Carbon ist für mich immer dann das Mittel der Wahl, wenn zwar eine Carbon-Optik gewünscht ist, aber nicht die Nötigkeit besteht, das gesamte Teil in Carbon zu fertigen, da das Laminieren dann deutlich günstiger ist. Sowohl in Bezug auf die Materialkosten, als auch die Arbeit. Und das Herstellen eines bestimmten Teiles aus Carbon ist immer dann eine Option, wenn das Entsprechende Teil beschädigt ist, nicht zu komplex ist und ein Ersatzteil mehr als die Materialkosten kostet oder gar nicht zu beschaffen ist. Außerdem finde ich Carbon sehr „sexy“, deshalb stelle ich auch ab und an Teile aus Carbon her, bei denen es gar nicht nötig wäre.

Husqvarna Te 610 Supermoto Baujahr 1995
Husqvarna Te 610 Supermoto Baujahr 1995 – Fertige Carbon-Nummerntafeln montiert

Ob du jetzt an deinem Motorrad mit Carbon arbeitest oder nicht, ist immernoch dir überlassen, falls du schon Erfahrungen mit Carbon gemacht hast oder Carbonteile an deinem Fahrzeug verbaut sind, lass doch einen Kommentar da 😉

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